Eine Hobelbank selber bauen 1:
Das Untergestell
Natürlich kann man Hobelbänke auch käuflich erwerben. Doch wir Heimwerker wären keine Heimwerker, wenn wir nicht zumindest darüber nachdenken würden, eine Hobelbank selbst zu bauen, oder? Doch wie beginnt man mit dem Bau? Welche Maße sind sinnvoll und welche Spannvorrichtungen braucht man wirklich? Genau diesen Fragen widmen wir uns in diesem Artikel.
Das Wichtigste gleich zu Beginn: Arbeiten mit Rückenschmerzen macht keinen Spaß. Deshalb ist die richtige Arbeitshöhe der entscheidende Faktor beim Bau einer Hobelbank. Da wir alle unterschiedlich groß sind, gibt es keine „eine“ perfekte Höhe für alle. Um deine ideale Arbeitshöhe zu ermitteln, stell dich gerade hin und miss mit dem Rollmeter vom Boden bis zu deinem Handgelenk. Dieses Maß notierst du dir – es dient als Grundlage für die weitere Planung.
Im nächsten Schritt solltest du dir Gedanken über die Spannmöglichkeiten machen. Möchtest du beispielsweise eine Hinterzange mit Metallführungen verbauen, benötigst du eine entsprechende Mindestdicke der Bankplatte, um diese seitlich montieren zu können. Die genauen Maße und Einbaupläne findest du in der Regel direkt bei den Herstellern.
Sobald du diese Informationen hast, kannst du die Dicke der Bankplatte festlegen. Ziehst du diese von deiner ermittelten Arbeitshöhe ab, erhältst du die notwendige Höhe für das Untergestell. So stellst du sicher, dass deine Hobelbank ergonomisch passt.
Die Länge der Bankplatte hängt von deinen räumlichen Gegebenheiten ab. Wichtig ist nur, dass du beim Einbau von Spannvorrichtungen – insbesondere der Hinterzange – genügend Platz für den Mechanismus einplanst.
Das Untergestell
Traditionell werden Hobelbänke aus Buche gefertigt. Der große Vorteil beim Eigenbau liegt jedoch in der Freiheit der Gestaltung – sowohl bei den Maßen als auch bei der Holzart.
Wenn dir – so wie mir – Ahorn besser gefällt als Buche, spricht nichts dagegen. Wichtig ist lediglich, dass du ein Hartholz verwendest. Für meine Hobelbank habe ich mich für Ahorn in B-Qualität entschieden. Ahorn ist feinporig, gut zu bearbeiten und bildet in Kombination mit amerikanischem Nussbaum einen schönen Kontrast. Diese Kombination entspricht einfach meinem persönlichen Stil.
Für das Untergestell habe ich die Ahornpfosten ausgehobelt und auf Maß geschnitten. Obwohl ich mich grundsätzlich an einer klassischen europäischen Bauweise orientiere, habe ich auch einige anglo-amerikanische Elemente integriert.
Geplant sind unter anderem ein Split-Top, eine schwere Hinterzange, ein traditionelles deutsches Druckbrett mit Vorderzangenspindel sowie eine Moxon-Vise.
Die Längsteile des Untergestells – also die Füße – habe ich mit klassischen Schlitz- und Zapfenverbindungen ausgeführt. Zur optischen Aufwertung habe ich zusätzlich Nussleisten eingelegt. Dieses Detail ist natürlich optional. Wer es schlichter mag, kann einfach passende Kanthölzer verwenden oder mehrere Bretter zu einem massiven Bauteil verleimen. Grundsätzlich gilt: Je massiver das Untergestell, desto stabiler die spätere Hobelbank.
Die Schlitze habe ich größtenteils an der Ständerbohrmaschine mit einem Forstnerbohrer ausgebohrt. Den Rest habe ich mit dem Stemmeisen sauber ausgearbeitet. Wichtig dabei: Vor dem Ausstemmen habe ich mit dem Streichmaß die Fasern angerissen, um saubere Kanten zu erhalten. An Ober- und Unterteilen habe ich zusätzlich 45-Grad-Schrägen angezeichnet und an der Bandsäge ausgeschnitten.
Im nächsten Schritt habe ich in die oberen Teile jeweils vier Bohrungen eingebracht. Diese dienen später zur Befestigung der Bankplatte mit Sechskantschrauben. Dafür werde ich Messingdübel in die Bankplatte einsetzen.
Ein weiteres gestalterisches Detail sind die Segmentringe in den Längsteilen des Untergestells. Die einzelnen Segmente habe ich an der Kreissäge zugeschnitten, verleimt und anschließend an der Drechselbank rund gedreht. Mit einem Forstnerbohrer habe ich dann passende Aussparungen gebohrt und die Mitte mit einem Nussdübel ausgefüllt, den ich mit einem Zapfenschneider hergestellt habe.
Anschließend habe ich alle Kanten mit der Oberfräse leicht gefast, was dem Untergestell eine leichtere und hochwertigere Optik verleiht.
Das Verleimen des Gestells erfolgte mit Fugzwingen. Nachdem der Leim abgebunden hatte, habe ich die Verbindungen zusätzlich mit quer gesetzten Holzdübeln gesichert. Die sichtbaren Buchendübel haben mir optisch allerdings nicht gefallen. Deshalb habe ich sie nachträglich ausgebohrt und durch größere Nuss-Holzscheiben ersetzt, die ich eingeleimt und bündig abgestochen habe.
Zum Schluss habe ich die beiden Seitenteile des Untergestells miteinander verbunden. Die Verbindungen wurden verschraubt, wobei die Schraubenlöcher zuvor mit dem Forstnerbohrer erweitert und später mit Nussdübeln sauber verschlossen wurden.
An der Unterseite der Füße habe ich Anti-Rutsch-Matten angebracht. Abschließend wurde das gesamte Gestell zweimal mit Hartwachsöl behandelt. Üblicherweise verwendet man bei Hobelbänken Leinöl. Bei hellen Hölzern führt das jedoch oft zu einem Gelbstich – und genau das wollte ich vermeiden.
Pfosten auftrennen
Für die Hobelbank habe Ahorn verwendet. Der Ahorn ist feinporig und gut zu bearbeiten.
Holz auf Maß hobeln
Für das Untergestell habe ich kürzere Pfosten ausgehobelt und zurecht geschnitten.
Teile verleimen
Die Unterkonstruktion meiner Hobelbank wurde traditionell mit Schlitz und Zapfen verbunden.
Eine Hobelbank selber bauen 2:
Das Split-Top
Ein Split-Top unterscheidet sich von einer klassischen europäischen Bankplatte dadurch, dass sich in der Mitte eine durchgehende Öffnung befindet. Die Bankplatte ist also nicht geschlossen. Das bringt einige Vorteile mit sich: Zum einen kann man Schraubzwingen direkt von der Mitte aus ansetzen, zum anderen lassen sich Zubehörteile wie beispielsweise eine Stoßlade einfach integrieren.
Eine besondere Herausforderung bei diesem Projekt war die Länge der Bankplatte von 1850 Millimetern, vor allem während der gesamten Bearbeitung. Zu Beginn stand ich vor dem Problem, dass ich die massiven Ahornpfosten auf der Kreissäge nicht auftrennen konnte.
Auch beim Aushobeln auf der Hobelmaschine wurde es eng, sodass ich mein Plattenlager sowie die Drechselbank kurzfristig aus der Werkstatt räumen musste, um ausreichend Platz zu schaffen.
Die Moxon-Vise
Kommen wir zur ersten Spannvorrichtung der Hobelbank – der Moxon-Vise. Warum habe ich mich dafür entschieden? Beim Bau von Korpussen mit Schwalbenschwanzverbindungen haben die Werkstücke, insbesondere die Seiten, meist eine maximale Breite von etwa 65 Zentimetern. Spannt man ein solches Werkstück in die Hinterzange, beginnt es häufig zu vibrieren, sobald es nicht mehr vollständig unterstützt wird.
Alternativ könnte man das Werkstück am deutschen Druckbrett bearbeiten, allerdings ist auch hier die Auflagefläche begrenzt. Um das Werkstück zusätzlich zu stabilisieren, wären sogenannte Niederhalter notwendig.
Die Moxon-Vise bietet hier einen entscheidenden Vorteil: Das Werkstück kann über die gesamte Länge gleichmäßig eingespannt werden. Durch das Spannrad und das Druckbrett wird ein gleichmäßiger Druck erzeugt, wodurch das Werkstück stabil und sauber fixiert ist.
Für den Einbau habe ich die äußere Ahornleiste der Bankplatte vermessen und auf der Ständerbohrmaschine mit einem Forstnerbohrer ein Loch für das Gewinde sowie eine größere Ausnehmung für die Mutter gebohrt. Die Mutter wird in das äußere Brett des Split-Tops eingelassen und anschließend mit den weiteren Ahornleisten verleimt, sodass sie fest in der Bankplatte sitzt.
Auf der Außenseite wird ein Abschlussbrett aus amerikanischem Nussbaum angebracht. Dieses wird später an den Enden in die Querleiste eingezinkt und sorgt für eine stabile und optisch ansprechende Verbindung.
Stabilität und Vorbereitung
Da die Seite mit der Moxon-Vise bereits weitgehend fertig war und das Untergestell frei zugänglich war, habe ich die oberen Querstreben montiert. Zwar wird die Bankplatte später zusätzlich mit Sechskantschrauben und Messingdübeln befestigt, dennoch sorgt diese Verbindung für zusätzliche Stabilität und stellt sicher, dass der Abstand der Seitenteile auch im oberen Bereich exakt gleich bleibt.
Anschließend habe ich den dritten Teil des Split-Tops an der Kreissäge zugeschnitten. Dieser ist bewusst etwas kürzer ausgeführt, da an dieser Stelle später die Hinterzange montiert wird.
Gewindestange und Vorbereitung der Vorderzange
Für die Gewindeführung habe ich die beiden Plattenteile vor dem Verleimen mit einem Forstnerbohrer vorgebohrt. Trotz beidseitigem Bohren war das Loch aufgrund der Materialstärke nicht durchgehend. Deshalb habe ich den Rest mit einem Schlangenbohrer ausgearbeitet.
Da Holz in Faserrichtung formstabiler ist, habe ich mich entschieden, die Stütze für die Vorderzange ebenfalls in Längsrichtung auszurichten. Die Position der M20-Gewindestange wurde genau ausgemessen, anschließend wieder vorgebohrt und mit dem Schlangenbohrer vollständig durchgebohrt.
Im nächsten Schritt wurde die Gewindestange durch das Split-Top geführt und auf die passende Länge gekürzt.
Material aushobeln
Für das Split-Top wurden dicke Leisten aus Ahorn gehobelt und später verleimt.
Probe der Moxon Vise
An der Rückseite der Hobelbank habe ich eine Moxon-Vise direkt in die Bankplatte eingebaut.
Weitere Zuschnitte
Nach dem Zuschnitt wurde für die Vorderzange eine M20 Gewindestange eingelassen.
Eine Hobelbank selber bauen 3:
Die Einfassung der Bankplatte
Zu Beginn habe ich die Deckleiste für die Vorderseite der Hobelbank zugeschnitten, also für jene Seite, an der später die Hinterzange und das deutsche Druckbrett montiert werden. Die Leiste habe ich bewusst mit etwas Überstand abgesägt. Anschließend habe ich die Bohrung für die Gewindestange angezeichnet, die später zusätzliche Stabilität beim Einsatz des deutschen Druckbretts gewährleisten soll. An der Ständerbohrmaschine habe ich das Loch mit einem Forstnerbohrer ausgebohrt und die Leiste danach auf das Bankbett aufgeleimt.
Die Abschlussleiste habe ich im Vorfeld etwa 2 mm breiter ausgeführt. So hat man beim Verleimen etwas Spiel und kann die Kante später sauber mit der Oberfräse bündig begradigen. Im nächsten Schritt habe ich die Verbindungsleiste der beiden Bankplatten zugeschnitten und verleimt. Für einen optischen Kontrast habe ich hier amerikanischen Nussbaum verwendet, denn auch eine Hobelbank darf gut aussehen. Beim Verleimen habe ich die beiden Split-Top-Teile gleichzeitig als Druckfläche genutzt.
Nachdem der Leim vollständig abgebunden hatte, habe ich die Bankplatte links und rechts an der Kreissäge begradigt und anschließend die Aufteilung für die Nut- und Federverbindung angezeichnet. Mit der Oberfräse habe ich dann das Federprofil direkt an der Bankplatte ausgearbeitet.
Danach habe ich die Hirnleisten, also die Gegenstücke mit der Nut, zugeschnitten. Bevor ich die Nut angezeichnet habe, habe ich die Feder an der Bankplatte auf beiden Seiten jeweils um etwa 4 cm zurückgesetzt. So kann die Deckleiste später sauber in die Endstücke integriert werden.
Die Nut in den Hirnleisten habe ich zunächst angezeichnet und den Großteil des Materials mit einem Forstnerbohrer auf der Ständerbohrmaschine entfernt. Die restliche Ausarbeitung erfolgte anschließend sauber mit dem Stemmeisen.
Zum Abschluss habe ich die Position der Gewindeschrauben angerissen und die entsprechenden Bohrungen gesetzt. Danach wurden noch Messingdübel in die Bankplatte eingelassen, um eine stabile und zugleich optisch saubere Befestigung zu gewährleisten.
Verleimen der Platte
Nachdem die Vorbereitungen für den Einbau der Zangen fertig waren, wurde die Platte verleimt.
Fräsen der Feder
Mit der Oberfräse wurde eine Feder an die beiden Enden der Bankplatte gefräst.
Nuten der Hirnleisten
Die Hirnleiste, also die seitlichen Abdeckungen der Bankplatte wurde mit einer Nut versehen.
Eine Hobelbank selber bauen 4:
Der Einbau der Moxon-Vise
Ich habe mich dazu entschieden, die Moxon-Vise fix in die Bankplatte zu integrieren. Üblicherweise kennt man sie als Aufsatzzange, die mit Schraubzwingen auf der Hobelbank befestigt wird. Da ich meine Hobelbank jedoch selbst baue, habe ich die Möglichkeit genutzt, sie direkt einzubauen und an meine Arbeitsweise anzupassen.
Zu Beginn habe ich die Endstücke der Einfassung, die sogenannten Endcaps, wieder demontiert, um die Schwalbenschwanzverbindung sauber anzeichnen zu können.
Im ersten Schritt habe ich die Maße der Einfassung auf das Schwalbenstück übertragen und dieses anschließend an der Kreissäge auf die endgültige Länge zugeschnitten. Danach habe ich die Mitte angezeichnet und mit der Zinkenlehre die Schwalben aufgerissen. Ich habe mich bewusst für eine Steigung von 1:10 entschieden, da mir diese optisch besser gefällt als die klassische 1:8-Steigung für Hartholz. Mit einem Cutter habe ich mir anschließend eine feine Schnittführung für die Japansäge vorbereitet.
Nachdem das Schwalbenstück ausgearbeitet war, habe ich die Konturen auf die Einfassung übertragen. Den Großteil des Materials habe ich mit einem Forstnerbohrer entfernt, die restlichen Schnitte anschließend mit der Japansäge ausgeführt und die Verbindung sauber ausgestemmt.
Im nächsten Schritt habe ich die Einfassungen wieder an der Bankplatte montiert und das Schwalbenstück eingeleimt. Da die Passung nicht überall perfekt war, habe ich an einzelnen Stellen mit Nuss-Furnier nachgearbeitet, um eine saubere und stabile Verbindung zu erreichen. Den Überstand der aufgeleimten Leiste habe ich anschließend mit der Rauhbank und dem Putzhobel bündig zur Oberfläche abgehobelt.
Zum Abschluss habe ich mich um das Druckbrett der Moxon-Vise gekümmert. Aus einem Reststück amerikanischer Nuss habe ich zunächst eine Leiste zugeschnitten, diese anschließend ausgehobelt und die Bohrungen für die Gewindestangen angezeichnet und ausgeführt. Nach der Montage habe ich auch hier den Überstand sauber mit dem Putzhobel abgenommen. So entsteht Schritt für Schritt eine fest integrierte Moxon-Vise, die funktional überzeugt und sich sauber in das Gesamtbild der Hobelbank einfügt.
Schwalbenschwänze
Die Einfassungen wurden wieder demontiert und die Einfassungen zusammen gezinkt.
Verleimungen
Die Abdeckung für die Moxon-Vise sowie die seitlichen Hirnleisten wurden aufgeleimt.
Eckverbindungen
Die aufgeleimten Verbindungen wurden mit dem Putzhobel bearbeitet.
Eine Hobelbank selber bauen 5:
Der Einbau des deutschen Druckbretts
Damit das deutsche Druckbrett zuverlässig funktioniert, braucht der Rahmen, an dem die Vorderzange montiert wird, zusätzliche Stabilität. Andernfalls würde sich die Eckverbindung unter Belastung mit der Zeit lockern. Aus diesem Grund habe ich eine M20-Gewindestange in die Bankplatte integriert.
Zunächst habe ich die Bohrung an der Ständerbohrmaschine mit einem Forstnerbohrer angesetzt und anschließend mit einem Schlangenbohrer auf die nötige Tiefe erweitert. Die beiden Teile der Bankplatte habe ich bewusst noch nicht verleimt, da sich zwei dünnere Werkstücke deutlich einfacher und präziser durchbohren lassen als ein massiver Block.
Nach der Passprobe habe ich die beiden Plattenteile verleimt. Während der Leim abgebunden hat, habe ich das Zwischenstück vorbereitet, das später zwischen Bankplatte und Rahmen sitzt. Dieses wurde zugeschnitten und ebenfalls mit einer Bohrung für die Gewindestange versehen. Anschließend habe ich die exakten Positionen übertragen und die Gewindestange auf die passende Länge gekürzt.
Die scharfen Schnittkanten habe ich mit der Feile entgratet, bevor ich die Gewindestange in das vorbereitete Holzteil eingeschlagen habe. Danach habe ich den Falz für die Einfassungen gefräst und die seitlichen Einfassungen gefertigt. Diese wurden mit Messingdübeln sauber auf der Bankplatte montiert. Parallel dazu habe ich auch die Gewindestangen für die Moxon-Vise befestigt und die Deckleiste sowie die Schwalbenschwanzverbindungen in die Einfassung eingeleimt.
Im nächsten Schritt habe ich die Dübellöcher für das Zwischenstück angerissen und an der Ständerbohrmaschine ausgebohrt. Mithilfe einer Dübellehre habe ich die Positionen exakt auf die Bankplatte übertragen. Nach einer Passprobe – alles im Winkel und bündig – habe ich die Fremdfeder in die Nut eingelegt, verleimt und das Zwischenstück eingesetzt. Zur zusätzlichen Sicherung habe ich die Leiste nach dem Anziehen des Leims noch mit zwei Schrauben fixiert.
Für die spätere Führung des Druckbretts habe ich anschließend auf der Kreissäge eine Führungsnut eingebracht. Die Sägespuren ließen sich mit dem Stemmeisen sauber ausarbeiten, ähnlich wie beim Einsatz einer Ziehklinge, wenn man das Eisen entsprechend anstellt.
Danach wurde das Zwischenstück endgültig auf die Bankplatte verleimt. Für die äußere Rahmenverbindung habe ich zunächst die Bohrung für die Gewindestange gesetzt und anschließend die Nut- und Federverbindung auf der Kreissäge vorbereitet. Die Einfassung wurde leicht gekürzt und der Schlitz sauber ausgearbeitet.
Nach einer weiteren Kontrolle habe ich die Führung der Gewindestange im Rahmenteil montiert. Abschließend wurde das komplette Rahmenteil auf die Bankplatte verleimt und die Überstände bündig abgesägt. Die überstehende Gewindestange habe ich mit der Flex gekürzt, entgratet und anschließend das Druckbrett eingepasst und montiert.
Damit ist die Vorderzange nicht nur funktional integriert, sondern auch stabil und langlebig ausgeführt, genau das, was man sich von einer gut durchdachten Hobelbank erwartet.
Das Zwischenstück
Für den späteren Druckbereich wurde das Zwischenstück aufgeleimt.
Einbau der Spindel
Eine Nut sorgt für die Führung der Hobelbankspindel. Die Gewindestange bringt Stabilität.
Schlitz und Zapfen
Die Eckverbindung des deutschen Druckbrettes wurde mit Schlitz und Zapfen gefertigt.
Eine Hobelbank selber bauen 6:
Der Einbau der Hinterzange
Zu Beginn habe ich die Schrauben der Hinterzange gelöst, um die Grundplatte abzunehmen, die später auf der Hobelbank montiert wird. Im nächsten Schritt habe ich den Abstand zur Oberseite für das Deckstück angezeichnet und anschließend die Löcher für die Befestigungsschrauben gebohrt. Nach dem Vorbohren konnte ich die Grundplatte montieren.
Danach habe ich das Gegenstück auf die montierte Grundplatte aufgeschoben und überprüft, ob sich die Hinterzange sauber und leichtgängig bewegen lässt.
Um der Metallzange ein passendes hölzernes Gehäuse zu geben, das optisch zu meiner Hobelbank passt, habe ich ein Reststück eines Ahornpfostens aufgetrennt. Für die spätere Deckplatte hatte ich noch zwei kleinere Bretter mit stehenden Jahresringen zur Verfügung. Für die Einfassung des Gehäuses habe ich zusätzlich ein Stück amerikanischen Nussbaum mit der Bandsäge vom Pfosten abgeschnitten, alle Teile ausgehobelt und anschließend verleimt.
Damit das Gewinde der Hinterzange durch den Holzrahmen geführt werden kann, habe ich mit einem Forstnerbohrer ein Loch in die rechte Querstrebe gebohrt. Diese habe ich auf das entstehende Gehäuse aufgeleimt und zusätzlich mit zwei Schrauben fixiert.
Im nächsten Schritt habe ich mich um das Druckbrett auf der linken Seite gekümmert. Damit sich die Zange herausziehen lässt, habe ich das zweite Querteil für die Mutter mit der Bandsäge ausgesägt und mit Holzdübeln am Längsteil befestigt. Dabei habe ich die Hinterzange gleich als Spannhilfe beim Verleimen genutzt. Anschließend habe ich die Oberseite mit Leim bestrichen und kleine Furnierstreifen als Abstandshalter zur Bankplatte eingelegt. Danach wurde die Deckplatte auf das Gehäuse aufgeleimt.
Nachdem ich die Kanten mit der kleinen Oberfräse bündig gefräst hatte, habe ich die Fläche mit dem Putzhobel plan gehobelt. Als Abschluss habe ich eine gezinkte Eckverbindung hergestellt. Dabei habe ich mich für eine Steigung von 1:10 entschieden.
Meine Zinkenlehre entwickelt sich dabei immer mehr zu einem meiner Lieblingswerkzeuge. Sie bietet verschiedene Steigungen und ist besonders praktisch, wenn man solche Verbindungen öfter macht.
Nachdem ich die Schwalben und Zinken ausgesägt und mit dem Stemmeisen sauber nachgearbeitet hatte, habe ich die Eckverbindung verleimt und auf den rechten Winkel kontrolliert. Anschließend wurde die fertige Verbindung auf das Hinterzangengehäuse aufgeleimt.
Zum Schluss habe ich das Gewinde der Hinterzange montiert und die überstehenden Kanten mit dem Putzhobel sauber abgenommen.
Einbau Hinterzange
Die Metallführungen der Hinterzange wurde an der Hobelbank befestigt.
Gehäuse der Zange
Zur Abdeckung der Führungen aus Metall habe ich ein Gehäuse gebaut.
Spindeleinbau
Die Abdeckung der Ecke wurde gezinkt und die Spindel in das Gehäuse eingesetzt.
Eine Hobelbank selber bauen 7:
Der Einbau des Unterschranks
Zu Beginn habe ich alle Reststücke der bisher aufgetrennten Ahornpfosten vor mir aufgelegt und die für den Korpus geeigneten Stücke mit der Bandsäge aufgetrennt. Es ist immer wieder erstaunlich, was sich aus vermeintlichem Restmaterial noch herausholen lässt. Den gesamten Korpus sowie die mittlere Lage der selbstgebauten Dreischichtplatte habe ich aus diesen Abschnitten gefertigt. Nebenbei konnte ich auch meine Brennholzkiste auffüllen, was sich wiederum positiv auf die Raumtemperatur ausgewirkt hat.
Allerdings konnte ich nicht alle Bretter beidseitig auf 23 mm Stärke aushobeln. Deshalb habe ich das Material in drei „Stöße“ eingeteilt: Der erste Stoß wurde sauber beidseitig auf 23 mm gehobelt. Beim zweiten Stoß war eine Seite abgerichtet, die andere nur teilweise bearbeitet. Beim dritten Stoß wurde die zweite Seite gar nicht mehr vom Hobelmesser erfasst. Diese Bretter habe ich bewusst in die zu verleimende Platte integriert. Meine geplante Endstärke von 22 mm habe ich dadurch zwar nicht ganz erreicht, das ließ sich aber problemlos ausgleichen: Ich habe die Böden einfach um ein paar Millimeter länger gelassen, um die fehlende Stärke bei den Häuptern zu kompensieren.
Nach dem finalen Dickenhobeln habe ich die Bretter durch die Zylinderschleifmaschine geschickt und anschließend an der Kreissäge auf Maß zugeschnitten. Danach habe ich in Häupter und Böden eine Nut für die Rückwand eingefräst. Im nächsten Schritt folgten die Bohrungen für die Ladenschienen, die ich gleich vormontiert habe. Für das Innenleben habe ich mich bewusst für IKEA-Komponenten entschieden. Bei diesem Projektumfang war das eine Frage von Zeit und Kosten: Ladenschienen und Auszüge in dieser Qualität kann ich selbst kaum günstiger herstellen.
Um den Abstand der Ladenschienen beidseitig gleich zu halten, habe ich einfach ein Stück Spanplatte als Abstandshalter verwendet. Eine einfache Lösung, die viel Messarbeit erspart. Die Rückwand habe ich auf einer Seite mit der Oberfräse leicht gefast und auf der anderen Seite mit der Rauhbank etwas abgeplattet, damit sie sauber in die Nut gleitet. Anschließend habe ich alle Dübellöcher im Korpus gebohrt, auch durch die Häupter, da die Verbindungen später nicht sichtbar sind. Man hätte den Korpus auch verschrauben können, aber da das Mittelhaupt ohnehin gedübelt werden musste, habe ich gleich alles in Dübelbauweise ausgeführt.
Nach dem Schleifen ging es an die Dreischichtplatte. Dafür habe ich Leisten aus Ahorn und Nuss ausgehobelt und verleimt. Da das Material relativ dünn war, habe ich nicht mit Fugzwingen gearbeitet, sondern direkt auf einer Kunststoffplatte verleimt und mit einfachen Holzkeilen gespannt – eine klassische, aber effektive Methode.
Die Teile für die Ladenblenden habe ich mit Übermaß zugeschnitten und anschließend durch die Zylinderschleifmaschine kalibriert. Nach dem Verleimen wurde die Dreischichtplatte auf Endmaß gebracht. Für die Längsfriese habe ich einen Pfosten mit stehenden Jahresringen aufgetrennt, eine Nut eingefräst und diese mit dünnen Nussleisten ausgefüllt. Den Überstand habe ich an der Bandsäge entfernt und anschließend durch den Dickenhobel geschickt. Die Lamellos für die Dreischichtplatte habe ich mit der Flachdübelfräse gesetzt.
Ein großer Vorteil der Dreischichtplatte ist, dass sie deutlich formstabiler ist und weniger „arbeitet“.
Oben und unten habe ich noch Abschlussleisten aufgeleimt. Genau rechtzeitig für diesen Arbeitsschritt kam auch meine neue Makita Kantenfräse an – die ich natürlich gleich eingesetzt habe. Damit habe ich die Kanten bündig gefräst, eine kleine Fase an der Rückseite angebracht und die Vorderseite der Ladenblenden leicht gerundet.
Zum Schluss wurden die Fronten mit dem Exzenterschleifer fein geschliffen und mit Hartwachsöl behandelt. Da ich bei diesen Fronten bewusst auf Griffe verzichten wollte, habe ich Druckschnapper eingebaut. Jetzt genügt ein leichtes Antippen – und die Lade öffnet sich sauber.
Schubladenkorpus
Aus Restmaterialien konnte ich den gesamte Korpus des Unterschranks herstellen.
Unsere Motivation
Für die Fronten habe ich selber 3-Schichtplatten aus Restholz hergestellt und aufgepeppt.
Laden mit Tip-On
Da ich keine Griffe in der Front wollte, habe ich mich für Druckschnapper entschieden.
Eine Hobelbank selber bauen 8:
Die Montage der Bankplatte
Zum Ausrichten der Bankplatte auf dem Untergestell habe ich mir ein einfaches Hilfsmittel aus einem Reststück gebaut. Darauf habe ich zwei Maße angezeichnet: den Abstand vom Untergestell zur Stirnseite der Bankplatte sowie den Abstand zur Längskante. Mit diesem Hilfsstück konnte ich die Platte schnell und sauber ausrichten, ohne ständig nachmessen zu müssen. Solche kleinen Helfer sparen enorm viel Zeit.
Nachdem die Platte exakt positioniert war, habe ich sie mit einer Schraubzwinge fixiert und die Positionen für die Bohrungen der Messingdübel mit einem Schlangenbohrer angezeichnet.
Im nächsten Schritt habe ich die Positionen für die Bankhaken ausgemessen. Die Bohrpunkte habe ich mit einem Schraubenzieher leicht eingeschlagen, damit der Forstnerbohrer sauber ansetzt und nicht verläuft. Für möglichst gerade Bohrungen habe ich einen Winkel als Führung verwendet. Perfekt gerade sind die Löcher zwar nicht geworden, aber wie so oft gilt: Es muss funktionieren, nicht perfekt sein.
Anschließend habe ich mit einem kleineren Forstnerbohrer die Löcher für die Messingdübel gebohrt und die Dübel eingesetzt. Danach folgten die Bohrungen für den dritten Fuß. Zwischen dem bestehenden Untergestell und diesem zusätzlichen Fuß entsteht später eine Art „Garage“ für meinen Festool-Staubsauger.
Die Kanten der Bankplatte habe ich anschließend mit der Oberfräse bearbeitet. Danach habe ich die Unterseite geschliffen und mit Hartwachsöl behandelt. Die Gewindestangen habe ich auf die benötigte Länge zugeschnitten, entgratet und anschließend in die Messingdübel eingesetzt. Fixiert wurde alles mit Beilagscheiben und Muttern.
Ein wichtiges Detail habe ich danach noch umgesetzt: Mit der Oberfräse habe ich eine etwa 2 mm breite Fase in die Bankhakenlöcher gefräst. Dadurch lassen sich die Bankhaken deutlich leichter einsetzen und die Kanten bleiben dauerhaft sauber. Zum Abschluss habe ich auch die Oberseite der Bankplatte bearbeitet, Überstände mit dem Putzhobel entfernt und die gesamte Fläche mit Hartwachsöl eingelassen.
Bankhakenlöcher
Nachdem die Platte am Untergestell montiert wurde, habe ich das Lochraster gebohrt.
Fase anfräsen
Die Löcher für die Bankhaken habe ich sowie alle Außenkanten mit der 2 mm Fase versehen.
Oberflächen-Finish
Da die Bankplatte nun auch fertig ausgeschliffen war, habe ich es mit Hartwachsöl eingelassen.
Eine Hobelbank selber bauen 9:
Letzte Handgriffe und der Bankknecht
Zum Abschluss des Projekts standen noch einige Arbeiten an, die weniger spektakulär sind, aber am Ende über Funktion und Qualität entscheiden. Als erstes habe ich das Druckbrett der Moxon-Vise von der Hobelbank genommen und mit Leim bestrichen. Anschließend wurde Leder aufgeleimt und mit dem Cuttermesser sauber auf Maß zurückgeschnitten. Dasselbe Prinzip habe ich auch bei den Zangen angewendet: Auf die Vorder- und Hinterzange kam zusätzlich Kork, um eine bessere Griffigkeit und sicheren Halt zu gewährleisten.
Für die Zangengriffe habe ich ein Stück amerikanischen Nussbaum auf die Drechselbank gespannt und zunächst mit der Schruppröhre grob rund gedrechselt. Die finale Dicke habe ich mit dem Messschieber definiert und mit dem Abstecheisen eingestochen. Danach wurde das Werkstück sauber auf Maß fertiggedrechselt. Im nächsten Schritt entstand die Kappe für den Zangengriff. Diese habe ich ebenfalls gedrechselt und später mit einem Holzdübel auf die Nussbaumstange aufgeleimt. Die Oberfläche wurde abschließend mit Hartwachsöl behandelt. Da das Öl ohnehin offen war, habe ich gleich auch die gebohrten Lochreihen der Hobelbank eingeölt.
Parallel dazu habe ich noch am Bankknecht weitergearbeitet. Dafür wurde ein Pfosten aufgetrennt, die Flächen plan gehobelt und zu einem stärkeren Kantholz verleimt. Anschließend habe ich die benötigten Überblattungen angerissen und ausgearbeitet.
Nach dem Abbinden des Leims wurde das Werkstück auf der Drechselbank eingespannt und an der Unterseite ein etwa 4 cm starker Zapfen angedrechselt. Dieser verbindet später das senkrechte Element mit dem Fußkreuz und wird mit Keilen fixiert.
Die gebohrten Löcher mit 19 mm Durchmesser entsprechen exakt den Banklöchern der Hobelbank. Dadurch können vorhandene Zubehörteile wie Bankhaken oder Niederhalter flexibel auch beim Bankknecht eingesetzt werden.
Ein kleines Detail am Rande: Ein übrig gebliebener Segmentring aus dem Hobelbankbau wurde an der Oberseite aufgeleimt. Durch das Trocknen hatte sich ein kleiner Spalt gebildet, den ich mit Furnier ausgeglichen habe. Den Abschluss bildete die Montage stabiler Laufrollen am Untergestell. Damit lässt sich die Hobelbank nun problemlos in der Werkstatt bewegen – ein praktisches Detail, das im Alltag schnell an Bedeutung gewinnt.
Zangengriffe
Um die Spindel drehen zu können habe ich Griffe aus Nussbaumholz gedrechselt.
Mobilität
Damit ich die Hobelbank verschieben kann habe ich Schwerlastrollen montiert.
Das Endprodukt
Das gesamte Projekt dauerte 160 Arbeitsstunden und es ist eine Freude darauf zu arbeiten.